Aus dem Tagebuch eines Neu-Bloggers #1: Der Beginn

Mittwoch, 4. Januar 2017

Nun ist er also online – mein erster eigener Blog. Aus der Idee, die ich am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages vom Fresskoma der Feiertage gezeichnet fasste, ist nun Realität geworden. Die Zeit zwischen dem 26.12 und heute hatte ich vor allem damit zugebracht, nach passenden Hosting-Anbietern zu recherchieren und vorsorglich ein paar WordPress-Themes zu begutachten, die als spätere Basis des Blogs in Frage kamen. Wie sich herausstellte, hatte ich diesbezüglich im wesentlichen die Wahl zwischen kostenlos und weit verbreitet oder kostenpflichtig und dafür individueller. Eine mobile Version hatten auch Ende 2016 noch nicht alle Themes an Bord. Die Suche nach einem passenden Namen und einer dazugehörigen Domain war zuvor im Übrigen erstaunlich einfach gewesen. Spontan war mir die Idee gekommen, den Blog „On the Screen“ zu nennen. Sie ließ mich nicht wieder los – weil sie fast perfekt beschreibt, was ich auf diesem kleinen Stückchen Internet vorhabe.

Nachdem ich einen Anbieter gefunden hatte, der Domains und Webspace in Kombination anbot, setzte ich die Webseite auf und bastelte ein wenig am Aussehen dieser rum. Wobei der Ausdruck „ein wenig“ ehrlicherweise stark untertrieben ist: Insgesamt verbrachte ich an meinem Schreibtisch sitzend mehrere Stunden damit, Themes zu installieren und einzurichten, nur um allen Fortschritt wenig später wieder zu verwerfen. Ein Konzept, das zumindest ungefähr beschrieb, wie der Blog am Ende aussehen sollte, gab es nicht. Vielmehr wurde seine Erscheinung im Laufe der Zeit durch Ausprobieren, spontane Einfälle und die Eigenheiten des ausgewählten WordPress-Themes geformt.

Vor zehn, fünfzehn Jahren wäre das Einrichten einer Webseite wohl deutlich aufwendiger gewesen, hätte noch viel länger gedauert und meine Fähigkeiten in diesem Bereich bei weitem überschritten. Es ist doch vieles einfacher geworden, seit jemand ein so grandioses und einfaches CMS wie WordPress ins Leben gerufen hat. Ich erinnere mich noch an mein Schülerpraktikum bei der lokalen Tageszeitung, bei der die Computer auch im Jahr 2014 noch mit Windows XP liefen. Dort mussten die Texte in ein grausam zu nutzendes CMS gequetscht werden, bevor sie auf toten Baum gedruckt werden konnten. Nichts gegen Print im Allgemeinen – es gibt eine ganze Reihe an toll gestalteten Magazinen. Aber Tageszeitungen gehören jetzt nicht unbedingt zu den Sternstunden des Designs.

Nachdem das technische Gerüst des Blogs (übrigens ebenfalls keine Sternstunde des Designs) stand, ging es nun darum, für den ersten Artikel zu sorgen – oder, wie man heute sagt, für Content. Mir fiel ein, dass ich noch einen unvollendeten Artikel auf der Festplatte liegen hatte. Er war einer der vielen Beiträge, die ich für PXLMAG zwar einmal angefangen, aber nie beendet hatte. Einige von ihnen waren nicht viel mehr als ein Einstieg, andere bereits über 1000 Wörter lang. Aber mit allen war ich aus irgendeinem Grund unzufrieden. Diese Regel des Bloggens habe ich in meinen bisher rund eineinhalb Jahren beim PXLMAG gelernt: Nicht alle Ideen werden am Ende auch umgesetzt; es klappt nicht immer alles wie geplant.

Angesprochener Artikel behandelte eine App, die durch den anstehenden Jahreswechsel eine neue Aktualität bekommen hatte. Productive – so der Name des kleinen Programms – soll den Nutzer dabei unterstützen, erfolgreich Routinen aufzubauen. Und da viele der guten Vorsätze, die rund um Sylvester Hochkonjunktur besitzen, genau auf solchen Routinen basieren, wählte ich diesen Artikel als ersten Beitrag für meinen Blog aus. Ich überarbeitete den Text, fügte einige weitere Informationen hinzu und machte Fotos und Screenshots, die den Beitrag bebildern sollten. Nach ein paar Stunden Arbeit hielt ich das Ergebnis schließlich für durchaus vorzeigbar. Kaum vollendet, musste der Artikel dann gleich als Versuchskaninchen für meine verschiedenen Layout-Experimente herhalten.

Als Blogger muss man plötzlich an einige Dinge denken, die einem zuvor ziemlich egal sein konnten: Impressum (Auf die Lektüre des Telemediengesetzes hätte ich gerne verzichtet), Bildrechte, Plugins, Anordnung der verschiedenen Bestandteile auf der Webseite. Mit einigem kam ich natürlich schon als Autor beim PXLMAG – für das ich natürlich weiter schreiben werde – in Kontakt, doch über vieles, vor allem aus dem technischen Bereich, musste ich mir erstmals wirklich Gedanken machen. Alle meine Überlegungen kreisten vor allem um eine Frage: Wie baue ich den Blog für den Leser bestmöglich auf? Schließlich ist es das, worum es beim Bloggen gehen sollte. Man produziert die Artikel in erster Linie nicht für sich selber und nicht für irgendwelche Werbekunden, sondern für diejenigen, die eine Seite am Ende aufrufen.