Drei Features, die ich mir in allen Smartphones wünsche

Smartphones sind tolle Produkte. Zehn Jahre nach dem ersten iPhone können wir dank ihnen unterwegs mit unseren Freunden in Kontakt bleiben, das Internet ständig dabeihaben und Spiele spielen, für die man vor ein paar Jahren noch eine stationäre Konsole gebraucht hätte. Doch perfekt sind Smartphones noch lange nicht. Welche drei Features ich mir in allen Smartphones wünsche, lest ihr hier.

1. Lange Akkulaufzeit

 iPhone (erste Generation)iPhone 7
Display480 x 320 px
3,5''
163 ppi
1334 x 750 px
4,7''
326 ppi
Kamera2 Megapixel
Keine Videoaufnahme
12 Megapixel
Videos in 720p/1080p/4k
ProzessorEin-Kern-Prozessor
412 MHz
Vier-Kern-Prozessor
3,34 GHz
Arbeitsspeicher128 MB DDR1 RAM2 GB DDR4 RAM
Akkulaufzeitmax. 6 Stundenmax. 12 Stunden

Wirft man einen kurzen Blick auf die technischen Daten der oben aufgeführten iPhones, könnte man dies zum Anlass nehmen, die Daseinberechtigung der Forderung nach längerer Akkulaufzeit infrage zu stellen. Immerhin erreicht das aktuelle Modell laut Hersteller eine Laufzeit von zwölf Stunden, während das originale iPhone seiner Zeit nach spätestens sechs Stunden wieder an die Steckdose musste. Doch diese Verdopplung wird schnell relativiert, wenn man sich die Fortschritte ansieht, die andere wichtige Komponenten in den letzten zehn Jahren machten. Die Kamera konnte die Anzahl ihrer Megapixel versechsfachen, die Takrate des Prozessors in nun fünfeinhalb mal so hoch wie 2007 und der Arbeitsspeicher stieg sogar auf das fünfzehnfache an.

Die einzige Kategorie, in der das iPhone ebenso kleine Sprünge vollführte wie bei der Akkulaufzeit, ist die Displayauflösung. Gemessen an der Anzahl der Pixel pro Zoll verdoppelte sie sich ebenfalls. Vergleicht man die Leistung der heutigen Akkus mit derer von Vertretern aus der Vor-iPhone-Ära, stellt diese sogar einen Rückschritt dar: Ein alter Nokia-Knochen hielt schon einmal mehr als eine Woche durch, wenn man nicht allzu intensiv telefonierte, SMS schrieb oder Snake spielte.

Der Grund für die vergleichsweise geringen Verbesserungen in der Akkulaufzeit liegt vor allem in einer wichtigen Eigenschaft der Energiespeicher. Größe hat einen Einfluss auf die Kapazität. Es ist damit eines der wenigen Bauteile, bei denen diese tatsächlich für die Leistungsfähigkeit relevant ist: Ein größeres Prozessor-Bauteil führt nicht zu besserer Leistung, ein physisch größerer Akku aber zu einer längeren Laufzeit. Deswegen sitzt die Technik im Inneren des MacBooks von Apple auf einer kleinen Hauptplatine, während der Rest des Gehäuses von Akkuplatten ausgefüllt ist. Sie liegen trassierend übereinander und lassen so möglichst wenig Platz ungenutzt.

Im Smartphone ist eben jener Platz nicht weniger rar, was vor allem im Trend hin zu immer flacheren Geräten begründet liegt. Hersteller scheinen sich im Wettbewerb um das dünnste Smartphone ständig gegenseitig übertreffen zu wollen – auch wenn dies zu Kompromissen wie hervorstehenden Kameras oder geringeren Akkulaufzeiten führt. Vor allem letzteres schränkt die Nutzung der (bis zu 1000 Euro teuren) Geräte massiv ein. Wer sein Smartphone mehr als einen Tag lang nutzen will, muss in der Nähe einer Steckdose bleiben, ein Akkupack mitnehmen oder – wenn beides nicht möglich ist – auf aufwändige Tätigkeiten verzichten. Und solche Kompromisse sollte man zehn Jahre nach dem ersten iPhone nun wirklich nicht mehr eingehen müssen.

2. Schnelle Softwareupdates

Quelle: Statista

Ein Graph reicht aus, um eines der größten Probleme des Betriebsystems Android aufzuzeigen: Die fehlenden Softwareupdates. Android Nougat – die aktuellste, im August 2016 veröffentlichte Version – war im Januar gerade einmal auf 0,7 Prozent aller Geräte installiert, die weltweit mit Android laufen. Selbst das mitlerweile mehr als sechs Jahre alte „Gingerbread“ kam zu diesem Zeitpunkt mit 1% Anteil auf eine leicht höhere Verbreitung. „Marshmallow“ und „Lollipop“ sind auf jeweils rund 30% der Geräte installiert, was sie zu den beliebtesten Versionen des Betriebssystems macht. Rund jeder fünfte Nutzer setzt zudem im täglichen Gebrauch Android „KitKat“ ein – obwohl für dieses System bekannte Sicherheitslücken existieren und es bereits seit 2015 nicht mehr mit Updates versorgt wird. Auch Vorgänger „Jelly Bean“ kommt noch immer auf 11,6% aller Geräte zum Einsatz. Fast man all diese Zahlen zusammen und wirft einen Blick auf das Veröffentlichungsdatum der Software, ergibt sich ein erschreckendes Bild: 69,7% aller Android-Geräte laufen mit einem Betriebssystem, das mindestens zwei Jahre alt ist.

Dies liegt vor allem an der Update-Politik der Hersteller, die vor allem günstige Geräte teilweise gar nicht mit Aktualisierungen versorgen. Die Topmodelle erhalten zwar meist für einen Zeitraum von rund zwei Jahren nach Veröffentlichung Updates, jedoch lassen sich Samsung, LG und Co. dafür gerne mal viel Zeit. Auf der Liste der Flaggschiffe des Jahres 2015, die das Samsung Galaxy S6, das HTC One M9, das Sony Xperia Z5, das LG G4, das OnePlus 2, das Motorola Moto Style, das Huawei Mate 8 und die beiden Nexus-Modelle 5x und 6P beinhaltet, sind gerade einmal vier Geräte zu finden, die zum Zeitpunkt der Recherche das Update auf Android 7.0 erhalten haben.

Mit diesen fehlenden Aktualisierungen gehen eine ganze Reihe an Problemen einher. Nutzt ein Kunde ein Smartphone mit älterer Software, ist er bei Abstürzen oder Bugs auf sich allein gestellt. Fehler aller Art werden nicht mehr behoben und bleiben damit das Problem des Nutzers. Auch aktuelle Apps stellen mit der Zeit ihre Unterstützung für ältere Betriebsysteme ein, was den praktischen Nutzen der Geräte nach und nach immer weiter einschränkt. Hinzu kommen die Sicherheitsprobleme, die veraltete Betriebssysteme ohne Unterstützung durch ihren Entwickler zwangsläufig mitbringen. Ohne entsprechende Sicherheitspatches sind alte Geräte für jeden halbwegs talentierten Hacker ein lohnendes Ziel. Schließlich lagern die Nutzer dort ihre persönlichen Daten und wickeln einen größen Teil der Kommunikation über diese ab.

Quelle: Apple

Bei Apple sieht die Verteilung der verschiedenen Betriesbsysteme im übrigen so aus. Auf 76% aller iOS-Geräte lief im Januar 2017 die aktuellste Software. Lediglich 6% aller Geräte sind mit mehr als zwei Jahre alter Software ausgestattet, was sicher vor allem an Apples vorbildlichem Umgang mit Softwareaktualisierungen liegt: Alle unterstützen iPhones und iPads erhalten das Update auf Wunsch schon am Tag seiner Veröffentlichung.

Natürlich ist dieser Vergleich unfair; Apple hat wesentlich weniger Geräte mit aktueller Software zu versorgen und kann diese daher schneller an die Gegebenheiten seiner Smartphones anpassen. Jedoch ist dies eben auch ein Teil der Marktrealität. Mit Apples Verkaufsargument, bis zu vier Jahre lang schnelle Softwareupdates liefern zu können, kann im Android-Segment nicht einmal Google selber mithalten. Aber solange Android den Markt – gemessen an den Verkaufszahlen – dominiert, müssen sie dies vielleicht auch gar nicht.

3. Möglichst dünne Displayränder

Große Displays sind eigentlich eine gute Sache. Übersteigen Geräte die magische Marke von 5“, bringt dies in der Regel einige Vorteile mit sich: Bedienelemente sind größer und daher schlicht einfacher zu nutzen, mehr Inhalte können ohne Scrollen eingesehen werden und Spiele, Filme oder Videos kommen auf einem größeren Bildschrim meist besser zur Geltung. Kein Wunder, dass die Screens der Smartphones in den letzten Jahren beständig wuchsen. Eine populäre Gerätereihe, an derer sich diese Entwicklung nachvollziehen lässt, kommt von Samsung. Das erste Smartphone, das den Namen Galaxy S trug, verfügte seiner Zeit über einen 4“ großen Bildschirm. Beim für den März erwarteten Samsung Galaxy S8 legen Leaks eine Bildschrimgröße von 5,8“ nahe. Ein größeres Modell soll sogar über einen 6,2“ großen Screen verfügen und damit in Regionen vordringen, die vor ein paar Jahren den Phablets vorbehalten waren.

Durch zu den Seiten hin abgerundete Displays versucht Samsung schon seit dem Galaxy S6 edge einem Problem entgegenzuwirken, dass sich aus den immer größer werdenen Bildschirmen ergibt: Große Displayränder sorgen bei einigen Modellen dafür, dass das Gerät schnell auf eine Größe anwächst, die weder hand- noch hosentaschenfreundlich ist. Auch hier muss das iPhone wieder als Beispiel herhalten, dieses mal allerdings als negatives. Viele Bedienelemente befinden sich in iOS in den oberen Ecken des Bildschrims. Wer nicht gerade über Hände vom Format eines Boban Marjanovic verfügt, gerät schnell in Probleme, wenn es darum geht, eben jene Elemente zu erreichen.

Um den Betreib mit einer Hand zu erleichtern, integrierte Apple in seinen größeren Smartphones eine Funktion, bei der ein doppeltes Antippen des Home-Buttons die obere Kante des Bildschrims auf die halbe Höhe fallen lässt. Auch einige Android-Geräte haben ähnliche Funktionen an Bord. Diese Features bekämpfen allerdings lediglich ein Symptom, anstatt die Ursache zu beseitigen: Das iPhone und viele andere Geräte auf dem Markt sind für die meisten Leute inzwischen schlicht zu groß, um sie mit einer Hand bedienen zu können.