Creative Muvo 2c im Test

„Günstige Smartphones werden gut – und gute Smartphones werden günstig.“ Mit diesem Parallelismus fasste der New Yorker Tech-YouTuber MKBHD im Oktober 2015 seine ersten Eindrücke zum damals neuen OnePlus X zusammen. Das günstige, aber dennoch hochwertige Gerät stand in seinen Augen beispielhaft für eine Entwicklung, die sich auch auf die Geräteklasse der portablen Bluetooth-Lautsprecher übertragen ließe. Bekam der Kunde dort noch vor ein paar Jahren im günstigen Preissegment vor allem Geräte angedreht, die vom Status als Elektroschrott nicht mehr allzu weit entfernt schienen, gibt es heute auch für wenig Geld Lautsprecher mit guter Soundqualität. Der Muvo 2c von Creative fällt mit einem Preis von 35 Euro auf jeden Fall in die Kategorie „günstig“. Doch ist er auch gut?

Verschmerzbare Einschnitte

Der passive Strahler auf der Rückseite ist auch ein Designelement.

Der Lieferumfang des Creative Muvo 2c fällt erwartungsgemäß recht dünn aus. Außer dem Lautsprecher und den üblichen Zetteln findet sich in der optisch ansprechenden Verpackung lediglich ein USB-Kabel, das zum Aufladen genutzt wird. Kein Netzteil, kein 3,5 mm Audiokabel, keine Transporttasche, nicht einmal eine Schlaufe fürs Handgelenk ist beigelegt, obwohl die Möglichkeit besteht, den 2c mit einer solchen auszustatten. Obwohl mehr beigelegtes Zubehör natürlich immer wünschenswert ist, sind diese Einschnitte angesichts des Preises allerdings mehr als verschmerzbar.

Insgesamt wird der Lautsprecher in vier verschiedenen Farben angeboten. Während das schwarze Modell fast schon edel wirkt, kommen die grünen und roten Varianten „frischer“ daher. Blau ordnet sich irgendwo dazwischen ein – nicht zu verspielt, aber auch nicht zu ernst. Auf die meisten Schreibtische wird mindestens eine der Ausführungen also gut passen – dieses Nutzungsszenario ist nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick klingen mag. Zwei Lautsprecher aus der Muvo-Reihe lassen sich kabellos zu einer günstigen Stereoanlage verbinden.

Nicht hochwertig, aber funktional

Hinter einer Gummi-Klappe befinden sich die Anschlüsse.

Abgesehen vom Metallgitter auf der Front besteht der Muvo 2c ausschließlich aus Kunststoff. Sicherlich ist dies nicht das hochwertigste Material, es lässt die Bluetooth-Box aber auch nicht billig wirken. Im Gegenteil: In Kombination mit den vielen Rundungen und abgeschliffenen Kanten führt die Materialwahl sogar dazu, dass der Lautsprecher recht angenehm in der Hand liegt. Darüber hinaus ist der Kunststoff notwendig, um zwei Funktionen zu ermöglichen, die als Haupt-Verkaufsargumente dienen sollen. Dank des Gewichts von gerade einmal 165 g bei einer Größe von 93 x 67 x 38 mm ist das Gerät portabel. Es passt zwar nicht in die Durchschnitts-Hosentasche, sollte aber problemlos in jedem Rucksack und jeder Handtasche Platz finden.

Zudem ist der Muvo 2c IP66-zertifiziert und sollte so weder mit Spitzwasser, noch mit Staub Probleme bekommen. Ein Strand lässt sich also gleichermaßen beschallen wie der Skatepark, in dem einige der Produktfotos geschossen wurden. Die Botschaft ist klar: Creative will die junge Zielgruppe erreichen, die ihre Spotify-Playlists überall abspielen will. Hinter der seitlich platzierten und manchmal nur schwer zu öffnenden Gummi-Klappe befinden sich die Anschlüsse. Neben einer USB-Buchse sind dort ein AUX-Eingang und sogar ein Steckplatz für eine MicroSD-Speicherkarte zu finden. So ist es möglich, Musik abzuspielen, ohne ein anderes Gerät mit dem Muvo 2c verbinden zu müssen.

Verwirrendes Bedienkonzept

Creative setzt auf ein etwas verwirrendes Bedienkonzept.

Auf der Oberseite befinden sich fünf Knöpfe, mit denen die Bluetooth-Box bedient werden kann. Da sich Creative hier konsequent über die Standards hinwegsetzt, die in der Vergangenheit von anderen Herstellern etabliert wurden, sind die sich daraus ergebenen Möglichkeiten nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So fungiert der Bluetooth-Button mangels einer dedizierten Taste für diese Funktion gleichzeitig auch als Play/Pause-Knopf. Auch die beiden Tasten zur Regulierung der Lautstärke erfüllen nicht nur ihren offensichtlichen Zweck. In Kombination mit der M-Taste dienen sie zusätzlich dazu, zwischen den Liedern zu wechseln. Diese besondere Art der Bedienung wird zwar in der Anleitung erklärt, wirklich intuitiv gelingt sie aber nicht. Den Platz auf der Oberseite des Geräts teilen sich die Knöpfe mit zwei Status-LEDs, die als Indikator für den Akkustand dienen und die Quelle anzeigen. Auf der Rückseite verbaut Creative einen passiven Strahler, der auch in Sachen Design eine Funktion erfüllt.

Der 650 mAh starke Akku soll laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu sechs Stunden ermöglichen. In der Praxis wurde dieser Wert häufig erreicht, hin und wieder sogar übertroffen. Je lauter der Lautsprecher seine Musik abspielt, desto kürzer wird die Akkulaufzeit. Bei permanentem Betrieb auf höchster Stufe erreicht der Muvo 2c die von Creative versprochene Laufzeit dann schließlich nicht mehr.

Zufriedenstellende Soundqualität

Der Muvo 2c liefert zufriedenstellende Soundqualität.

Ich bin weit davon entfernt, ein Klang-Experte zu sein und kann hier somit lediglich meine Amateurmeinung zum besten geben. Aufgrund der Größe ist die Box naturgemäß nicht die lauteste. Sie reicht zwar aus, um bei entsprechender Lautstärke einen mittelgroßen Raum zu beschallen oder den Strandausflug mit Musik zu untermalen – viel mehr ist mit dem 2c allerdings nicht möglich. Trotz des passiven Strahlers kommt der Bass ein wenig zu kurz, was sicherlich auch an der Größe des Geräts liegt. Druck und Dynamik fehlen fast vollständig, wodurch der Bass fast nie das vom Künstler ursprünglich einmal angedachte Niveau erreicht. Hinzu kommt, dass dieser vor allem bei höherer Lautstärke gerne mal übersteuert.

Der Muvo 2 – die größere Alternative aus der gleichen Modellreihe – schlägt sich in den Augen vieler Tester in dieser Disziplin deutlich besser. Mit rund 80 Euro ist dieser allerdings auch nicht mehr wirklich in die Kategorie der günstigen Lautsprecher einzuordnen. Höhen und Mitten gehen insgesamt in Ordnung. Alles in Allem ist der Creative Muvo 2c in keiner Kategorie wirklich herausragend, aber auch in keiner wirklich schlecht. Es handelt sich vielmehr um einen vielseitigen Lautsprecher, der ein ordentliches Klangbild abgibt. Angesichts der Größe und des Preises ist die Soundqualität mehr als zufriedenstellend.

Fazit

Das kleinste Modell der Muvo-Reihe ist sicher nichts für audiophile Menschen. Die haben diesen Testbericht vermutlich schon lachend weggeklickt und sich ihrer Schallplattensammlung zugewendet, als der Preis des Geräts zu ersten Mal Erwähnung fand. Natürlich hat die Bluetooth-Box ihre Schwächen: Vor allem der Bass kommt bei weitem nicht an die vom Hersteller gewählte Beschreibung „großartig“ heran. Doch das Gerät ist in dem sehr gut, was es sein will: ein portabler Lautsprecher, der zu einem vertretbaren Preis annehmbaren Sound in einem kleinen Gehäuse liefert. Denn seien wir mal ehrlich: Wer nach einem Lautsprecher sucht, der den Strandausflug, das Picknick oder den Nachmittag auf der Skateanlage beschallen soll, wird von diesem keinen hochwertigen Anlagen-Sound erwarten. Stattdessen gewinnen in solchen Nutzungsszenarien Aspekte wie die gute Verarbeitung, der Schutz vor Staub und die zahlreichen Möglichkeiten zum Abspielen der Musik an Bedeutung. Und genau dort macht der Muvo eine gute Figur.