Automatisierung für alle – Meine IFTTT-Rezepte

Wir leben in einer Welt der Automatisierung. Schraubten vor 50 Jahren noch hauptsächlich Menschen an Autos, wurden viele Produktionsschritte nach und nach von Robotern übernommen, die heute das Bild in den Hallen von VW, Mercedes und Co. prägen. Sie sind das Sinnbild einer Entwicklung, die schon vor Jahrzehnten begann und wohl so schnell nicht mehr zum Stillstand kommen wird. Jeder Schritt, der nicht von Hand eingeleitet und durchgeführt werden muss, spart Zeit und minimiert die Anfälligkeit für Fehler – zwei Faktoren, die für jedes wirtschaftliche Unternehmen von Bedeutung sind.

Aber auch im kleineren Stil können Automatisierungen helfen, bestimmte Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Der Service IFTTT („If this than that“) verbindet Dienste durch die so genannten Rezepte miteinander, um bestimmte Abläufe automatisch in Gang zu setzen. Dank einer aktiven Nutzerschaft bietet IFTTT bereits von Haus aus eine ganze Reihe an fertigen Rezepten, die sich vielseitig einsetzen lassen. Wer will, kann aber auch selber ein Rezept erstellen. Meine persönlichen Favoriten stelle ich euch in diesem Beitrag vor.

Einen iPhone-Screenshot automatisch in der Dropbox ablegen

Bei meiner ersten Vorstellung handelt es sich um ein kleines Rezept, das auf den ersten Blick unscheinbar erscheinen mag, mir aber doch im Alltag etwas Arbeit abnimmt. Im Grunde also ein Paradebeispiel für das, was ein gutes IFTTT-Rezept sein sollte. Die meisten Screenshots, die ich auf dem iPhone anfertige, sind als Bilder für den Blog gedacht. Oft stammen sie aus rezensierten Apps und sollen die Testberichte bebildern. Screenshots lassen Beiträge fast nebenbei nicht mehr wie eine „Wand aus Text“ aussehen und zeigen das, was man mit Sprache höchstens umschreiben könnte. Ihr kennt das Sprichwort.

Um die Screenshots vom Smartphone auf den Laptop zu senden, setzte sich Dropbox bei mir relativ schnell als Dienst der Wahl durch. Der Cloudspeicher-Dienst ist nicht nur einfach zu nutzen und auf nahezu jeder Plattform verfügbar, sondern sieht seit dem letzten Update auch noch ganz schick aus. Zugegeben: Mein bisheriger Workflow war diesbezüglich nicht allzu kompliziert. Nachdem der Screenshot angefertigt worden war, musste ich ihn in der App hochladen, um ihn schließlich auf dem Laptop wieder herunterzuladen. Das Rezept lädt das Bildschirmfoto nun automatisch in die Dropbox hoch und erspart mir so den Weg über die App auf dem Smartphone. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge im Leben.

ESPN schickt eine Benachrichtigung für Spielergebnisse

Das nächste Rezept fällt eher in die beliebte Kategorie „Nicht wichtig, dafür aber umso nützlicher“. Wer mir auf Twitter folgt, sich mein Profilbild genauer angesehen oder die Über diesen Blog-Seite von „On the Screen“ durchgelesen hat, könnte mitbekommen haben, dass ich es in der nordamerikanischen Basketballliga NBA mit den Chicago Bulls halte. Obwohl das Dasein als Fan des Teams aus der „Windy City“ – insbesondere in letzter Zeit – nicht immer einfach ist, möchte ich natürlich über die Ergebnisse der Bullen informiert bleiben.

Anders als bei der Fußball-Bundesliga gibt es in der NBA keine geregelten Spieltage, an denen alle Teams innerhalb weniger Tage ihre Partien austragen. Stattdessen sind die Begegnungen der „Association“ ohne für Außenstehende erkennbares System quer über die Woche verteilt. So kann es vorkommen, dass die Bulls vier ihrer insgesamt 82 Partien einer regulären Saison innerhalb von sechs Tagen austragen, um dann fünf Tage lang gar nicht zu spielen. Wer da noch durchblickt, hat den Spielplan wahrscheinlich selber erstellt.

Um trotzdem kein Ergebnis zu verpassen, bleibt einem nicht viel anders übrig, als sich in den Boxscores jeden Morgen nach seinem Team umzusehen, um es am Ende womöglich gar nicht zu finden. Dank dieses IFTTT-Rezepts ist dies nun nicht mehr unbedingt notwendig. Sobald der Buzzer in der Halle das Spiel beendet, schickt die App über den amerikanischen Sportsender ESPN das Ergebnis per Push-Mitteilung direkt aufs Smartphone. Ein äußerst praktisches Rezept, um die Resultate meines Lieblingsteams zu verfolgen – auch wenn diese nicht immer erfreulich sind.

Mit einem Stern versehene Mails werden zu Todoist-Aufgaben

Alle IFTTT-Rezepte haben ein grundlegendes Problem: Sie funktionieren ausschließlich mit den involvierten Zutaten. Zwar unterstützt IFTTT zahlreiche Dienste in ebenso vielen unterschiedlichen Kombinationen, trotzdem ist nicht gesichert, dass sich der gleiche Ablauf auch mit anderen Programmen realisieren lässt. Als ich den Schalter dieses Rezepts auf „An“ schaltete, legte ich mich also gleichzeitig auf zwei Programme fest: Todoist und Gmail. Die grundlegende Funktionsweise der hier vorgestellten Kreation ist – wie so häufig – erstaunlich simpel.

Wenn ich eine Mail mit einem Stern versehe, taucht sie dank IFTTT automatisch in der Inbox meiner ToDo-Liste auf – ein Feature, das ich bereits nach wenigen Tagen nicht mehr missen mochte. Nicht immer, wenn ich mich durch mein Postfach klicke, habe ich auch die Zeit, die neuen Mails auf der Stelle zu bearbeiten. In der Inbox von Todoist können sie hingegen nicht nur geplant, sondern auch priorisiert und sortiert werden.

Für diese Funktionen kehrte ich sogar meiner geliebten Inbox-App von Google den Rücken und verhalf Gmail so nach mehreren Jahren im Vorruhestand zu einem unverhofften Comeback auf meinem Smartphone. Vom Moment des ersten Öffnens machte mir Gmail deutlich, das die Entwickler die letzten Jahre nutzten, um den Klassiker weiter zu verbessern. Die inzwischen sehr gute Vorsortierung der Mails in „Allgemein“, „Soziale Netzwerke“ und „Werbung“ war Gmails Weg, mich vorwurfsvoll zu fragen, wo ich denn all die Jahre gewesen sein. Mit verschämten Blick begann ich, meine Mails zu bearbeiten.

Medium-Empfehlungen werden automatisch auf Twitter gepostet

Ich muss diesen Abschnitt mit einem Geständnis beginnen: Obwohl mein eigener Blog mit WordPress läuft, mag ich Medium. Bereits Anfang 2015 wagte mit der Veröffentlichung kurzer Artikel rund um Apps und andere digitale Themen meine ersten Schritte auf der Plattform. Schon damals brauchte Medium nicht lange, um mich mit seinen vielen Möglichkeiten zu begeistern. Als Autor freute ich mich über den einfachen, aber dennoch funktionalen Editor – als Leser über die vielen kreativen Mitglieder der Community, die auf Medium ihre Texte veröffentlichten. Da ich wenig später beim PXLMAG anfing, verlor ich die Plattform bald aus den Augen und verschlief so die Entwicklung, die Medium in den letzten Jahren nahm.

Das Ende der Beständigkeit

Inzwischen wird das Netzwerk auch für die Journalisten und Blogger interessant, die bisher auf anderen Plattformen veröffentlichten. Medium bietet seinen Publishern schon länger die Möglichkeit, ganze Webseiten abzubilden, ohne das Webspace bei einem externen Hoster gebucht werden muss. Ein Aushängeschild dieses „Medium for Publishers“-Programm ist sicherlich „The Ringer“. Das Projekt von US-Sportjournalist Bill Simmons verzeichnet laut „Similarweb“ monatlich rund acht Milionen Seitenaufrufe und sorgte so dafür, dass ich zumindest als Leser zu Medium zurückkehrte.

Das hier vorgestellte Rezept verbindet zwei Funktionen miteinander, die zueinander passen wie die Pugins zu WordPress: Empfehle ich einen Beitrag auf Medium, wird dieser gleichzeitig auch auf Twitter geteilt. Mit einem Klick zwei Aktionen in Gang setzen – so sollte ein gutes IFTTT-Rezept funktionieren.

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