Einfache Dinge, die den Schreibtisch verbessern

Man muss heutzutage kein Freiberufler mehr sein, um von zu Hause aus arbeiten zu können. Immer mehr Firmen erlauben es ihren Mitarbeitern, zumindest ein paar Tage in der Woche in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Und nichts zuletzt erledigen auch Schüler und Studenten einen großen Teil ihrer Aufgaben außerhalb von Schule oder Uni. Der Arbeitsplatz zu Hause hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Wandlung vollzogen. Vom stiefmütterlich behandelten Raum für die unangenehmen Aufgaben des Lebens entwickelte er sich zu einem Ort, in dessen Gestaltung ebenso viel kreative Energie fließt wie in den Rest der Wohnung.

Dabei gibt es unterschiedliche Herangehensweisen an das Home Office. Während einige einen ganzen Raum – strikt getrennt vom Wohnbereich – dem Arbeiten widmen, wollen oder müssen andere ihren Arbeitsplatz in den Rest der Wohnung integrieren. Egal, wie man sein Büro gestaltet – der Schreibtisch ist meist das zentrale Element. Es ist der Ort, an dem die meiste Arbeit geschieht. Und damit ein Ort, an dem man sich wohlfühlen sollte. Die Umsetzung des Plans muss nicht immer teuer sein: Es gibt viele kleine Dinge, die den Schreibtisch für wenig Geld verbessern.

Briefablage

Eine steile These gleich zu Beginn des Abchnitts: Das komplett papierlose Büro wird auf absehbare Zeit ein Wunschtraum bleiben. Trotz der vielen ausgezeichneten digitalen Alternativen wird sich der tote Baum nicht so schnell von den Schreibtischen vertreiben lassen. Man muss nicht lange suchen, um eine Behörde, einen Kunden oder eine Uni zu finden, die auf Papier setzt und das eigene mühsam aufgebaute System ins Wanken bringt.

Jeder Eingang lässt sich heutzutage zwar mit einer Scanner-App und genug Platz im Cloudspeicher lösen und jeder Ausgang verschwindet ohnehin vom Schreibtisch, doch das Problem liegt in der Zeit dazwischen. Schließlich muss jedes Stück Papier bearbeitet und zwischengelagert werden. Wohin also mit der Rechnung, die nicht sofort digitalisiert werden kann? Wohin mit dem Antrag, der erst am nächsten Tag zum zuständigen Amt geschickt wird?

Eine Briefablage kann hier Gold wert sein. Dank mehrere herausziehbarer Fächer endet das Pier nicht in einem unübersichtlichen Stapel, sondern kann sortiert aufbewahrt werden. Auch ein Aufbau aus „Eingang“, „In Arbeit“ und „Ausgang“ lässt sich mit den meisten Modellen ohne Probleme realisieren. Eine Briefablage lässt Papier so zwar nicht aus dem Büro verschwinden, macht den Umgang mit diesem ab deutlich erträglicher. Das schwedische Möbelhaus mit den vier Buchstaben verkauft Briefablagen bereits für rund 10 Euro.

LED-Leiste

LED-Leisten gehören inzwischen zum Schreibtisch eines Technik-Begeisterten wie der HSV zum Abstiegskampf. Diese sparsame, aber dennoch flexibel einsetzbare Lichtquelle kann helfen, dem Arbeitsplatz Charakter zu verleihen. Dabei verhält es sich ähnlich wie mit der Weihnachtsbeleuchtung: Man sollte nicht zu viele LEDs verbauen, sparsam eingesetzt erzielen sie meist den größten Effekt.

Steht der Schreibtisch an der Wand, kann ein simpler LED-Streifen an der Rückseite einen farbigen Akzent setzen, der das ganze Zimmer gleich viel moderner wirken lässt. Nahezu alle Modelle erlauben es dem Nutzer, die Farbe umzustellen, wodurch sich die LED-Leiste einfach an das Farbkonzept des Raumes anpassen lässt. Natürlich passen LEDs nicht zu jedem Schreibtisch: An einem natürlich gehaltenen Arbeitsplatz können sie schnell deplatziert wirken. Auch LED-Leisten müssen nicht teuer sein: Amazon verkauft günstige Modelle bereits für weniger als 20 Euro.

Bluetooth-Lautsprecher

Dass Musik richtig eingesetzt einen positiven Einfluss auf die Arbeit haben kann, ist keine neue Erkenntnis. Bereits 1999 konnten Wissenschaftler in einer Studie nachweisen, dass Bänker, die während der Arbeit schnellen Rhythmen lauschten, ihre Kunden messbar schneller bedienten. Natürlich ist nicht jede Musik für jede Art der Arbeit geeignet, wie die „Karrierebibel“ in einem lesenswerten Beitrag zusammenfasste. Beim Schreiben oder Lesen haben sich beispielsweise Naturklänge oder Musik bewährt; auch rhythmische Beats helfen, sich auf den Text zu konzentrieren. Der aktuelle Chart-Song lenkt bei solchen Aufgaben eher ab – ihn sollte man höchstens auflegen, wenn man gerade eine stupide Aufgabe zu erledigen hat.

Fast jeder benötigt also eine Quelle für Musik am Arbeitsplatz. Vor allem dann, wenn man für sich arbeitet und durch die Musik keinen anderen stört, sind Bluetooth-Lautsprecher eine gute Alternative zum Kopfhörer. Sie bieten gleich mehrere Vorteile: Sie lassen sich einfach mit mehreren Geräte verbinden, lassen sich flexibel einsetzten und kommen ohne störende Kabel aus. Und so wenig sichtbare Kabel wie möglich helfen, den Schreibtisch aufgeräumt wirken zu lassen. Ihre Qualität kommt zwar nur selten an diejenige dedizierter PC-Lautsprecher heran, trotzdem sind sie eine günstige Alternative für alle, die eine stylische und flexibel einsetzbare Musikquelle suchen. Diese muss im Übrigen kein großes Loch ins Bankkonto reißen: Gute Modelle gibt es schon für weniger als 30 Euro.

Notizbücher

An guten digitalen Möglichkeiten, Notizen anzufertigen, mangelt es sicher nicht. Evernote, OneNote, Bear und selbst die Google Notizen sind den handschriftlichen Aufzeichnungen durch ihre vielen Funktionen und die Syncronisation über mehrere Plattformen weit überlegen. Selbst so triviale Funktionen wie die Suche oder Tags helfen, einfach eine Organisation zu schaffen, die analog ohne größeren Aufwand nur schwer umsetzbar wäre.

Trotzdem versprüht das klassische Notizbuch noch immer seinen ganz besonderen Charme. Das Gefühl, in seinen Aufzeichnungen nach Lust und Laune durchstreichen oder kritzeln zu können, kann eine App nur schwer nachbilden. Ein solches Heft bietet die Freiheit, die manchmal notwendig ist, um die entscheidende Idee herbeizuführen. Zugeklappt sorgen sie zudem für das farbige Element auf den meist in weiß oder holztönen gehaltenen Schreibtischen. Und das ist die Investition von rund 15 Euro allemal wert.

Whiteboard, Tafel oder Korkwand

Seine Ideen, To-Dos oder Pläne möchte man manchmal groß festhalten. Visualisiert können Ziele ein Antrieb sein. Wenn die nächste Aufgabe, die verbleibenen Tage bis zur Abgabe eines Projekts oder ein größeres Ziel gut sichtbar über dem Schreibtisch hängt, hilft dies, konzentriert und fokussiert an der aktuellen Aufgabe zu arbeiten. Zudem bringen Whiteboards und Tafeln einen praktischen Nutzen mit sich.

Mit ihnen kann man sich nicht nur selber einen Überblick über alles verschaffen, sondern auch Besuchern einen Überblick über Ziele und Pläne geben. Nicht jedes Modell passt dabei in jedes Wohnkonzept. Während ein Whiteboard eher in ein modern gestaltetes Home Office passt, lässt sich eine Tafel wunderbar in einem natürlich gestalteten Zimmer unterbringen. Wer eine ganze Wand zu Verfügung hat, kann diese mit Tafelfolie oder schwarzer Farbe ohne großen Aufwand zur Tafel umfunktionieren. Fertige Modelle gibt es bereits für rund 25 Euro.